Natürliche Hochzeitsfotos

Interview mit Hochzeitsfotograf Björn Schreiber

Maya: Hey Björn, schön, dass du Zeit für uns und unsere LeserInnen hast. Stell dich doch kurz vor und schreib ein paar Worte zu dir!

Björn: Hallo Maya, vielen Dank für die Einladung. Geboren und aufgewachsen bin ich in den frühen 80er-Jahren in Bottrop, wo ich auch immer noch sehr gerne mit meiner Familie lebe. Zunächst habe ich viel Zeit in der Werbe- und Medienwelt verbracht, bevor ich das tun konnte, was mich erfüllt und sich nicht nach Arbeit anfühlt. Inzwischen arbeite ich hauptberuflich als Hochzeitsfotograf. Zudem betreiben meine Frau Vanessa und ich die Bridal Concept Stores »etwas blaues« in Bottrop und Meschede. Ich spiele Bassgitarre und habe ein Faible für Radsport und die Natur. Daher verbringe ich gerne Zeit im Freien und auf dem Fahrradsattel.

Hochzeitsfotograf Björn Schreiber

Maya: Steigen wir doch direkt ins Thema ein: Natürliche Hochzeitsfotos. Was gibst du deinen Hochzeitspaaren mit, um genau die fotografieren zu können? 

Björn: Zunächst einmal muss die Chemie zwischen Brautpaar und Hochzeitsfotograf muss passen. Das ist wirklich wichtig! Nehmt euch ausreichend Zeit für die Fotos. Quetscht man die Fotos irgendwo in den Tagesablauf wird das selten zu natürlichen Hochzeitsfotos führen. Nehmt keine weiteren Personen mit zum Shooting. Die lenken in der Regel nur ab. Bleibt natürlich und authentisch, verzichtet auf komplizierte Posen und vertraut eurem Hochzeitsfotografen. Es ist sehr wichtig, sich auf das Abenteuer einzulassen. Sich nicht zu sehr zu stressen und vor allem nicht zu sehr darüber nachzudenken, wie man in diesem Moment auf den Fotos aussehen könnte. Und vielleicht auch, sich von der einen oder anderen gelernten Instagram-Pose zu verabschieden. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Für die einen ist es leichter, für die anderen schwieriger. Aber als Hochzeitsfotograf hat man in der Regel einen gewissen „Fahrplan“, der es einem leicht macht, sein Ziel zu erreichen. Er ist nicht immer gleich, genau wie bei den Paaren vor der Kamera.

Maya: Auf deiner Webseite sprichst du von einer „Beziehung“ zum Hochzeitspaar, von Vertrauen und Loslassen – warum ist das so wichtig?

Björn: Nun, als Hochzeitsfotograf bin ich dem Hochzeitspaar am Tag der Hochzeit oft sehr nahe. Mit der Kamera und manchmal auch einfach als geistige Unterstützung (wie mir ein Bräutigam einmal nach seiner Hochzeit sagte). Vielleicht näher als andere Teile der Familie und Freunde. Auch in Situationen, in denen die eine oder andere Träne fließen kann. Um natürliche Hochzeitsfotos zu bekommen, muss man das für sich selbst zulassen können. Das ist natürlich viel einfacher, wenn man als „befreundeter“ Fotograf an der Hochzeit teilnimmt und nicht als reiner Dienstleister. Deshalb ist eine »Connection« sehr wichtig. Aus einigen Hochzeiten sind sogar Freundschaften geworden.

Hochzeitsfoto ungestellt

Maya: Als Fotograf erlebst du viele Hochzeiten mit. Was ist für dich der perfekte Tagesablauf und wofür sollte man wie viel Zeit einplanen?

Björn: Grundsätzlich richte ich mich am Hochzeitstag nach den Plänen des Hochzeitspaares. Ein paar Dinge haben sich aber durchaus bewährt und ein gut geplanter Tagesablauf ist die halbe Miete für einen entspannten Hochzeitstag.

Es gibt zwei Uhrzeiten, die bei der Planung eures Hochzeitstages besonders wichtig sind. Der Beginn der Trauung und der Beginn des Abendessens. Erfahrungsgemäß ist es für alle Beteiligten angenehmer, wenn die Trauung erst am Nachmittag stattfindet. Ihr startet stressfreier in den Tag und auch eure Gäste haben an diesem Tag ausreichend Zeit, z. B. für den Check-In im Hotel. Wer möchte an so einem Tag schon mitten in der Nacht aufstehen? 

Für eine Trauung im Hochsommer ist der perfekte Zeitpunkt um 14 oder 15 Uhr. So verhindert ihr Leerlauf und Lücken im Tagesablauf. Mit dem Dinner startet ihr idealerweise zwischen 18:30 Uhr und 19:00 Uhr. Je nach Jahreszeit solltet ihr den Sonnenuntergang im Blick haben um ein schönes Licht für die Paarfotos zu haben. Plant für die Fahrten zu den Locations genügend Zeit ein. 

 

»Getting Ready«

Die Vorbereitungen sind ein wichtiger Teil der Hochzeit. Die ganze Spannung, die Vorfreude und die Verwandlung in eine Braut sind großartige und aufregende Momente. Wenn auch der Bräutigam meist nicht so lange braucht, wie die Braut, kommt dieser beim Getting Ready meiner Meinung nach oft zu kurz. Männers, nehmt euch die Zeit. Es lohnt sich!

Zeitbedarf: 90 Minuten für die Braut und 30 Minuten für den Bräutigam 

 

»First Look«

Braut und Bräutigam sehen sich hier zum ersten Mal in ihren Outfits. Idealerweise passiert das ganz ohne Gäste und ohne Ablenkung irgendwo etwas abseits des Geschehens. So können beide diesen kostenbaren Moment für sich am besten erleben.

Zeitbedarf: 15 Minuten. 

 

Die Trauung 

Jetzt wird’s ernst. Der Auftritt der Braut, die Zeremonie, das Ja-Wort, der Ringtausch und dazwischen die ganz vielen kleinen Momente. Die Zeit wird so schnell vergehen, also versucht sie mit allen Sinnen zu genießen.

Zeitbedarf: 45 bis 60 Minuten

 

Gratulation und Sektempfang

Zeit für Familie und Freunde euch zur Hochzeit zu gratulieren. Sucht euch dafür ein schönes, schattiges Plätzchen. Je nach Größe der Hochzeitsgesellschaft kann das ein wenig dauern. 

Direkt nach dem Sektempfang ist ein guter Zeitpunkt, um die Hochzeitstorte anzuschneiden. Alternativ als Dessert nach dem Abendessen. Auf keinen Fall nach dem Hochzeitstanz oder wenn die Party bereits im Gange ist. Es sei denn, ihr möchtet, dass sich niemand mehr bewegt.

Zeitbedarf: 60 bis 90 Minuten 

 

Die Gruppenfotos 

An den Gruppenfotos mit der engsten Familie, den Trauzeugen und den Freunden führt kein Weg vorbei. Neben den Paarfotos sind das die wichtigsten Fotos, die mit der Zeit immer mehr an Wert gewinnen werden. Also Pflichtprogramm!

Zeitbedarf: 30 Minuten 

 

Die Paarfotos

Das Plattencover eurer Hochzeit. Im Sommer passt das immer gut zum Abendessen. Dann steht die Sonne nicht mehr so hoch und der aufregendste Part des Tages liegt hinter euch. Eine große Sorge ist oft, zu lange von den Gästen weg zu sein. Während des Essens sind eure Gäste beschäftigt und irgendwie wissen alle, dass noch Fotos gemacht werden. Niemand ist böse, wenn das Hochzeitspaar für kurze Zeit verschwindet. Für die Paare ist diese Zeit meist auch das erste Mal an diesem Tag, in der sie Zeit für sich haben. Zeit zum Durchatmen, Revue passieren zu lassen, was bisher eigentlich passiert ist und um nochmal Kraft für die anschließende Feier zu sammeln.

Zeitbedarf: 45 bis 60 Minuten 

 

Der Abend

Was folgt, sind gutes Essen, bewegende Reden, Gespräche mit den liebsten Menschen, euer erster Tanz als Ehefrau und Ehemann – die kleinen und großen Momente, die zu Erinnerungen werden. Dabei liegt es in eurer Hand, wie lange ich dabei bleiben soll. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Eröffnungstanz und die anschließende Tanzrunde ein perfekter Abschluss für eine Hochzeitsreportage ist. Danach entlasse ich euch gerne in die Nacht und ziehe mich zurück.

Hochzeitsfoto natürlich

Maya: Hast du außerdem noch Tipps für Hochzeitspaare, die noch ganz am Anfang der Hochzeitsplanung stehen?

Björn: Kümmert euch rechtzeitig um die Dienstleister, die ihr auf eurer Hochzeit haben möchtet. Unter anderem durch die Pandemie sind viele Veranstaltungsorte sehr weit im Voraus ausgebucht. Das Gleiche gilt für HochzeitsrednerInnen, DJs und so weiter. 

Lasst euch nicht erzählen, wie eure Hochzeit zu sein hat. Ich sage immer gerne: Es ist eure Hochzeit und nicht die eurer Eltern oder Freunden/innen. Macht euer Ding. Es gibt keine Regeln dafür, wie eure Hochzeit sein sollte.

Maya: Vielen Dank für das tolle Interview! Gib uns doch zum Schluss noch ein paar Infos: Wenn man dich als Fotografen buchen möchte, wie kann man dich anfragen und wie ist dann der weitere Prozess?

Björn: Sehr gerne. Buchungsanfragen am besten über das Kontaktformular auf meiner Website. Je mehr Informationen angegeben werden, desto besser 😉 Wenn alles soweit passt, sollten wir uns kennenlernen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt. Entweder wir treffen uns auf einen Kaffee oder machen einen Zoom-Facetime-Skype-Call oder ein altmodisches Telefonat und reden.

Der Buchungsvorgang ist wirklich einfach. Der Vertrag kommt per E-Mail und kann einfach digital unterschrieben werden. Als Anzahlung zur Reservierung des Termins benötige ich 50% des vereinbarten Gesamtbetrags. Den Rest spätestens zwei Wochen vor dem vereinbarten Hochzeitstermin. Das ist im Grunde alles.

Von komplizierten Paketen und Preislisten habe ich mich verabschiedet. Für Ganztages-Reportagen habe ich ein Basispaket, das beliebig erweitert werden kann. Ob danach z.B. ein Album gewünscht wird oder nicht, ist für die Buchung nicht wichtig. Das kann das Hochzeitspaar auch nach der Hochzeit noch entscheiden.

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